Missglückter Anschlag?
Dass der missglückte Anschlag gar nicht fehlgeschlagen ist, wenn man ihn als Provokation deutet – das ist überdeutlich. Terroristische und vergeblich terroristische Akte treffen mehr das Machtbewusstsein als die Machtressourcen.
9/11 provozierte durch sein grausames Gelingen einen nunmehr neun Jahre andauerenden Krieg. Er verschleißt Unmengen an Geld und, was in seinen Konsequenzen schlimmer ist, den Staaten bringt er seelische Krüppel, die sich in einer mental durch protektionistischen Wahn gestörten Gesellschaft wiederfinden, wenn sie sich wiederfinden.
Die gegenwärtigen Debatten sind nur die Affekte dieses allgemeinen Wahns, der seine besondere Repräsentanz in dümmlichen, unter gewissen gefährlicheren Umständen sogar dummen Politikern findet.
Sicherheit wird es nie erschöpfend geben können. Wir müssen geistig frei genug sein, um zu akzeptieren, dass, wenn wir wirklich frei sein wollen, dies auch die Akzeptanz des Nicht-Steuerbaren, zu Leid-Führenden einschließt.